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Meine kleine Technikwelt

FritzBox-Ausfallsicherung über 5G-Router oder LTE-Stick

(Beitrag aktualisiert am 28.01.2026)


Im folgenden Beitrag geht es darum, wie man das Internet und die Telefonie bei einem Ausfall des Glasfaseranschlusses an der FritzBox sicherstellen kann.


Seit der FritzOS-Version 8.20 gibt es hierfür nunmehr zwei Möglichkeiten. Erste und beste Möglichkeit ist es seither, einen externen Router, z.B. eine 5G-FritzBox wie die FritzBox 6860 5G, als Ausfallsicherung z.B. einer Glasfaser-FritzBox (z.B. der 5590 Fiber) einzusetzen (hierzu nachfolgend 1.). Daneben besteht (wie bisher) die Möglichkeit, statt eines 5G- oder LTE-Routers einen LTE-Stick per USB als Ausfallsicherung zu nutzen (dazu nachfolgend 2.). Unter Abschnitt 3. finden sich noch einige allgemeine Informationen zu dem Thema.


1. Ausfallsicherung über 5G-Router

Seit FritzOS 8.20 (bzw. mindestens 8.10 bei den BETA-Versionen) hat FRITZ die neue Funktion "Ausfallschutz" oder "Failsafe" eingeführt. Seither existiert ein neues Untermenü "Ausfallschutz" unter Internet > Zugangsdaten, siehe nachfolgenden Screenshot:



Die FritzBox beschreibt auf der Einstellungsseite selbst bereits einige grundlegende Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, damit der Ausfallschutz über einen externen Mobilfunk-Router funktioniert. Daneben gibt es aber noch weitere Voraussetzungen und Einschränkungen, die im folgenden dargestellt werden:


  • Die Haupt-FritzBox (nachfolgend Glasfaser-FritzBox genannt) und der Ausfallschutz-Router (nachfolgend 5G-Router oder 5G-FritzBox genannt) müssen unterschiedliche IP-Adressbereiche nutzen (z.B. 192.168.178.1 für die Glasfaser-FritzBox und 192.168.188.1 für die 5G-FritzBox). Hierzu muss die Standard-IP-Adresse der 5G-FritzBox unter Netzwerk > Netzwerkeinstellungen > Erweiterte Netzwerkeinstellungen > IPv4 abgeändert werden. Siehe nachfolgenden Screenshot der FritzBox 6860 5G:


  • Beide Router müssen über LAN miteinander verbunden werden, und zwar ohne dass sich ein Switch dazwischen befinden dürfte. Was dagegen nicht stört ist, wenn sich zwischen den beiden Routern lediglich ein Patch-Panel befindet, mit denen z.B. Netzwerkdosen im Haus versorgt werden. So ist es z.B. auch bei uns zu Hause. Die Glasfaser-FritzBox ist im Keller, die 5G-FritzBox dagegen im Obergeschoss in der Nähe einer Netzwerkdose. Dort haben wir das der 6860 5G beigelieferte Netzwerkkabel angeschlossen. Im Patch-Panel unten im Keller wird an dem Anschluss, der zur Netzwerkdose im Obergeschoss führt, ein ganz normales Netzwerkkabel zur Glasfaser-FritzBox geführt (ohne ein Switch dazwischen) und dort an LAN2 angeschlossen. Im Ausfallschutz-Menü der Glasfaser-FritzBox haben wir dementsprechend LAN2 ausgewählt. Neben LAN2 stehen auch LAN3 und der WAN-Anschluss der Glasfaser-FritzBox zur Verfügung. Nicht möglich ist es, die beiden Router per WLAN zu verbinden.
  • Weiter unten im Ausfallschutz-Menü kann man eintragen, wie schnell die Glasfaser-FritzBox bei Erkennen eines Ausfalls auf den Ausfallschutz-Router umschalten soll (siehe nachfolgenden Screenshot). Anders als bisher (mit LTE-Stick unter FritzOS < 8.10) kann dies jetzt auch "ohne Verzögerung" passieren. Ebenfalls kann man einstellen, wann wieder zur Glasfaser-Verbindung zurückgekehrt werden soll, wenn die Störung nicht mehr besteht. Ich habe hier "ohne Verzögerung" (beim Ausfall) bzw. "nach 3 Minuten" (zurück zu Glasfaser) eingestellt. Man kann und sollte das individuelle Verhalten am eigenen Anschluss testen. Das Umschalten ohne Verzögerung beim Ausfall funktioniert bei mir gut, das kann bei anderen Anschlüssen aber auch nicht so sinnvoll sein (z.B. wenn es häufiger nur zu ganz kurzen Unterbrechungen kommt, die man praktisch kaum merkt). Zurück sollte man wohl in den meisten Fällen nicht sofort, sondern erst wenn der Glasfaser-Anschluss wieder stabil läuft. Das kann auch länger als 3 Minuten sein.

  • Als Ausfall-Router kann nicht nur eine FritzBox, sondern auch ein Router eines Drittherstellers verwendet werden, z.B. ein günstiger 5G-Router von Aldi Talk etc.
  • Tritt der Ausfallschutz ein, besteht zum gegenwärtigen Zeitpunkt (Januar 2026, FritzOS 8.20) lediglich eine IPv4-Verbindung zwischen den beiden Routern. IPv6 wird von FRITZ im Ausfallszenario noch nicht unterstützt, soll aber mit einer späteren FritzOS-Version irgendwann einmal funktionieren. Das bedeutet, dass man im Ausfallszenario lediglich eine IPv4-Adresse hat.
  • Ein besonderes Problem besteht derzeit auch noch, falls man vor hat, als SIM-Karte im 5G-Router eine Multisim der Telekom zu verwenden und gleichzeitig eine Apple Watch 11 bzw. eine Apple Watch Ultra 3 in Verwendung ist oder die 5G+ Gaming Option im Mobilfunkvertrag gebucht ist. Bei den Apple Watches wird nämlich mit der Inbetriebnahme ebenfalls eine besondere Option automatisch gebucht, die dafür sorgt, dass die Apple Watch eSIM 5G unterstützt ("5G Redcap"). Beide Zusatzoptionen führen dazu, dass man bei allen SIM-Karten des Vertrages (also auch bei der Multisim, die sich in der FritzBox befindet) nur noch den Telekom-APN internet.v6.telekom nutzen darf. Und dieser funktioniert in einer LTE- oder 5G-FritzBox derzeit (FritzOS 8.20) nicht korrekt im Hinblick auf IPv4. Normalerweise können IPv4-Adressen auch mit dem APN internet.v6.telekom mittels einer Übersetzungstechnik erreicht werden (das funktioniert z.B. problemlos auf einem iPhone). Die FritzBox hingegen schafft das derzeit nicht korrekt. Dies ist im hier betrachteten Ausfallschutz-Szenario aber fatal, da derzeit ja - wie gerade angesprochen - gerade nur IPv4 unterstützt wird. Solange also nicht entweder die Telekom auch beim APN internet.v6.telekom IPv4 unterstützt oder die Übersetzung durch die FritzBox verbessert wird, kann man davon nur abraten, derzeit eine Multisim der Telekom zu verwenden, wenn man weiter eine der beiden 5G-Optionen nutzen möchte. Abhilfe: Entweder Pluskarte (also eigenständigen Vertrag) statt einer Multisim verwenden oder die beiden 5G-Optionen (soweit aktiv) vom Kundenservice deaktivieren lassen. Dann kann man den "normalen" Telekom-APN internet.telekom nutzen.
  • Wichtig: Die Benutzeroberfläche der 5G-FritzBox ist im Normalzustand (also nicht im Ausfallschutz) über das Netzwerk der Glasfaser-FritzBox nicht erreichbar. Nur im Ausfallzustand lässt sich die Benutzeroberfläche mit ihrer IP (in meinem Fall also mit der 192.168.188.1) über das normale Heimnetz erreichen. Hierfür gibt es allerdings eine Lösung: Man richtet unter Internet > Freigaben > VPN (Wireguard) eine LAN-LAN-Wireguard-VPN-Verbindung zwischen den beiden FritzBoxen ein, wobei die erste Verbindung auf der Glasfaser-FritzBox einzurichten ist und erst danach auf der 5G-FritzBox (siehe nachfolgenden Screenshot). Hierzu muss vorab zwingend in der 5G-FritzBox IPv6 aktiviert werden, damit der 5G-FritzBox eine IPv6-Adresse zugewiesen wird, denn beide Router müssen bei einer Wireguard-Verbindung zumindest über eine IP-Adresse derselben Art (hier IPv6) verfügen, wobei eine davon öffentlich erreichbar sein muss (hier die IPv6 der Glasfaser-FritzBox). Die Wireguard-Verbindung kann man als dauerhafte Verbindung einrichten, so dass das Benutzermenü der 5G-FritzBox auch im Normalfall zu erreichen ist. Weiterer Vorteil: Dies eröffnet auch die Möglichkeit, die Rufnummer der SIM-Karte, die sich in der 5G-FritzBox befindet, auch im Nicht-Ausfall-Szenario in der Glasfaser-FritzBox zu nutzen (siehe hierzu auch den nachfolgenden Punkt). Wichtig: Die Wireguard-Verbindung wird im Ausfall-Szenario automatisch getrennt. Dann funktioniert die IP-Adresse der 5G-FritzBox im Glasfasernetz aber ohnehin.


  • Man kann in der Glasfaser-FritzBox die Rufnummer der SIM in der 5G-FritzBox mittels der Funktion eines WLAN/LAN-Telefons nutzen (zur Einrichtung siehe die Kapitel Routerstandort im Haus und Telefonie einrichten). Vorteil: So könnte man die an der Glasfaser-FritzBox angeschlossenen Telefone auch im Ausfallszenario und selbst im Normalzustand unter Verwendung der Mobilfunknummer nutzen, die meist Allnet-Flats beinhaltet oder z.B. Telefonate in die EU/Schweiz oder Türkei inklusive hat. Man legt hierzu in der 5G-FritzBox ein neues LAN-/WLAN-Telefoniegerät an, was man z.B. als "FritzBox 5590 Fiber" bezeichnet, und legt die entsprechenden Benutzerdaten mit Passwort fest. Diese trägt man in der Glasfaser-FritzBox unter Eigene Rufnummern als "neue Rufnummer" fest, indem man "Anderer Anbieter" wählt. Registrar ist die IP der 5G-FritzBox. Wichtig: Über ein Wireguard-VPN geht das nur, wenn man die IP-Adresse der 5G-FritzBox auch im Feld "Proxy" einträgt. Anmeldung über eine Internetverbindung und "nur über IPv4" eintragen nicht vergessen, sonst alles auf automatisch lassen. Möchte man auf die Rufnummer nicht nur bei einem Ausfall, sondern auch im Normalfall zugreifen, muss man zuvor zwingend eine Wireguard-VPN-Verbindung zwischen den beiden Routern dauerhaft aufbauen, weil die IP-Adresse der 5G-FritzBox sonst nicht erreichbar ist (siehe oben). Im Ausfallszenario muss man zudem die Wireguard-Verbindung zwischen den beiden FritzBoxen deaktivieren (Haken in der Glasfaser-FritzBox entfernen), weil ansonsten nicht auf die Rufnummer der 5G-FritzBox zugegriffen werden kann.
  • Bei den einzelnen, in der Glasfaser-FritzBox eingerichteten Rufnummern (unter Rufnummer bearbeiten) kann man mit FritzOS >= 8.10 nun auch einstellen, in welchem Fall die Rufnummern genutzt werden sollen (immer, nur über die primäre Internetverbindung oder nur über den Ausfallschutz, siehe nachfolgenden Screenshot). So kann man die Rufnummern der Deutschen Glasfaser jetzt so einstellen, dass diese nur "über die primäre Internetverbindung" genutzt werden dürfen, da diese im Ausfallschutz ohnehin nicht funktionieren (Stichwort: keine nomadische Nutzung, näheres hierzu im Kapitel Telefonie einrichten).


2. Ausfallsicherung über LTE-Stick (USB)

Alternativ zum Anschluss eines Mobilfunk-Routers ist die Verwendung eines LTE-Sticks, der dabei an einem USB-Anschluss der Glasfaser-FritzBox angeschlossen wird. Im Ausfallschutz-Menü wählt man daher in dem Fall "USB" aus.

Zunächst muss jedoch ein für die FritzBox geeigneter LTE-Stick angeschafft werden; sodann muss die FritzBox noch für den LTE-Betrieb über USB eingestellt werden.

Laut den Informationen von AVM wird ein Stick benötigt, der die Mobilfunkstandards 4G (LTE) oder 3G (UMTS/HSPA) und den AT-Befehlssatz oder das USB-Tethering unterstützt. Einschränkend ist hierzu jedoch anzumerken, dass 3G in Deutschland seit Sommer 2021 (Telekom- und Vodafone-Netz) bzw. Dezember 2021 (Telefonica-Netz) abgeschaltet ist. Somit ist zwingend darauf zu achten, dass es sich um einen 4G-/LTE-Stick handelt und zusätzlich einer der beiden weiteren Voraussetzungen erfüllt ist.

Darüber hinaus ist erforderlich, dass der LTE-Stick auch mit den in Deutschland gängigen LTE-Frequenzen (800, 900, 1800, 2100 und/oder 2600 MHz) arbeitet und diese am eigenen Standort auch anliegen (siehe hierzu unten Punkt 3.). Gerade bei LTE-Sticks für den ausländischen Markt ist bezüglich der unterstützten Frequenzen größte Vorsicht geboten.

Zusätzlich kann es passieren, dass die Glasfaser-FritzBox - obwohl die genannten Voraussetzungen alle erfüllt sind - dennoch mit bestimmten LTE-Sticks nicht kompatibel ist. Hier sollte man sich vor einem Kauf über Rezensionen der gängigen Einkaufsportale gut informieren, ob es schon Erfahrungswerte über das Zusammenspiel des ins Auge gefassten Sticks und des eigenen FritzBox-Modells gibt. Bitte dabei berücksichtigen, dass auch zwischen den einzelnen FritzBox-Modellen Kompatibilitätsunterschiede bestehen können.

Gerade von dem sehr häufig anzutreffenden LTE-Stick von Huawei, Modell E3372, gibt es zahlreiche Varianten. Manche können kompatibel sein, andere nicht! Ich persönlich habe früher einen Telekom Speedstick LTE V genutzt. Von diesem gibt es leider nur noch Restbestände, häufig gebraucht. Dieser funktionierte bei mir im Zusammenspiel mit einer FritzBox 7590 hervorragend als Glasfaser-Ausfallsicherung. Das Innere des Speedstick LTE V verrät, dass es sich dabei um einen Huawei E3372h - 153 handelt. Eine Garantie dafür, dass auch andere Huawei E3372h - 153 unter diesem Namen an einer FritzBox funktionieren, gibt es leider nicht. Hier hilft nur ausprobieren. Notfalls schickt man einen nicht kompatiblen Stick halt wieder an den Händler zurück, weshalb eine Internetbestellung jedenfalls in diesem Fall empfehlenswert erscheint.

Vor einiger Zeit bin ich - noch vor dem nun möglichen Ausfallschutz über einen 5G-Router - auf den 4G Systems XSStick W1209 umgestiegen, der ursprünglich von 1&1 vertrieben wurde. Man erhält diesen aber noch zahlreich im Internet, ebenso wie den Vorgänger W1208. Der Vorteil dieser beiden Sticks ist, dass sie zusätzlich das Leistungsmerkmal "CSV" (Circuit Switched Voice) unterstützen. Dieses ermöglicht, dass man auch die auf der SIM aufgeschaltete Mobilrufnummer zum Telefonieren nutzen kann, womit man in der Regel eine All-Net-Flat in das deutsche Fest- und Mobilnetz hat. Damit sind diese beiden Sticks einige der wenigen, die LTE und CSV unterstützen, denn überwiegend gibt es nur UMTS-Sticks, die auch CSV unterstützen.


Die Einrichtung an der FritzBox, nachfolgend am Beispiel einer FritzBox 5590 Fiber, erfolgt mit folgenden Schritten:

  • Zunächst ist eine geeignete SIM-Karte in den LTE-Stick einzulegen. Die meisten Sticks nutzen SIM-Slots für Mini- oder Micro-SIM-Karten. Hat man nur eine SIM in einem anderen Format (z.B. Nano-SIM), helfen entsprechende Adapter.
  • Der LTE-Stick wird sodann in einen freien USB-Anschluss der FritzBox gesteckt.
  • Wurde der Stick von der FritzBox erkannt, taucht im Konfigurationsmenü der FritzBox sodann unter "Internet" ein neues Untermenü mit dem Namen "Mobilfunk" auf. Dieses ist anzuklicken, um weitere Einstellungen vorzunehmen.
  • Dort wählt man "Erweiterter Ausfallschutz / Fallback-Modus für DSL(Glasfaser)/WAN" aus. Dies bewirkt, dass der Internetzugang über den LTE-Stick nur im Fall einer Störung des Glasfaseranschlusses verwendet wird.
  • Unter "Internetzugang" wählt man den Mobilfunkanbieter aus, über dessen SIM die Internetverbindung hergestellt wird. Hier kann der Zugangspunkt (APN) auch manuell angepasst werden.
  • Unter "Weitere Einstellungen" können noch zusätzliche Einstellungen vorgenommen werden. So sollte ein Haken bei "Internetrufnummern über mobile Internetverbindung nutzen" gesetzt werden, wenn die Telefonie weiter funktionieren soll. WICHTIG: Die von der Deutschen Glasfaser (DG) genutzten und in der FritzBox registrierten Rufnummern funktionieren bei Nutzung eines LTE-Sticks NICHT. Der Grund: Eine nomadische Nutzung der DG-Rufnummern in Fremdnetzen (Mobilfunk ist ein Fremdnetz für die DG) ist nicht möglich. Für diesen Fall empfiehlt es sich, zumindest eine Ersatznummer bei einem VoIP-Anbieter zu haben, z.B. bei sipgate. Diese kann nomadisch genutzt werden. Im Kundencenter von DG kann man eine sofortige Rufweiterleitung auf die sipgate-Nummer setzen, so dass Anrufer, welche die bei der DG laufende Rufnummer wählen, trotzdem anrufen können und das Telefon klingelt. Näheres zu diesem Thema im Kapitel "Telefonate über Drittanbieter".
  • Hat man einen LTE-Stick mit CSV (siehe oben), bietet die FritzBox eine weitere Einstellmöglichkeit unter "Telefonie über Mobilfunk" an. Dort kann man die auf der SIM befindliche Mobilrufnummer eintragen, zusätzlich kann die eigene Ortsvorwahl eingetragen werden, damit diese bei einem Ortsgespräch über die Mobilrufnummer automatisch verwendet wird (Haken bei "Ortsvorwahl verwenden" setzen). Sodann taucht die Mobilrufnummer in der Rufnummernliste der FritzBox auf und kann einzelnen Telefoniegeräten zugewiesen oder für Wahlregeln verwendet werden. Eine wichtige Einschränkung ist beim Telefonieren über Mobilfunk mit der FritzBox zu beachten: Sobald ein Gespräch geführt wird, switcht die Datenverbindung über den LTE-Stick von 4G auf 2G zurück, da die "normalen" FritzBoxen (wie 7590 oder 5590 Fiber) kein VoLTE unterstützen. Während eines Ausfalls des Glasfaseranschlusses sollte diese Einschränkung für die mobilen Daten daher beachtet werden. Das Gute ist allerdings, dass die Mobilrufnummer auch dann zum Telefonieren verwendet werden kann, wenn die Haupt-Internetverbindung über Glasfaser steht, somit gar keine Fallback-Situation gegeben ist.


3. Weitere allgemeine Informationen

Wichtig ist, dass man sich klarmacht, dass die Ausfallsicherung über 5G oder LTE - je nach der Anzahl der an der FritzBox angeschlossenen Netzwerkgeräte - in kurzer Zeit sehr viel Datenvolumen verbrauchen kann. Gerade das Videostreaming oder Live-TV verschlingen schnell sehr viele GB an Daten. Im Idealfall hat man daher einen Mobilfunkvertrag mit einer zusätzlichen Multisim, die man im Fall der Fälle für die Ausfallsicherung entbehren kann und mit viel Datenvolumen, am besten natürlich mit Internet-Flatrate (bitte die Einschränkungen der Telekom-Multisim beachten, siehe oben unter 1.). Anderenfalls sollte man sich während des Ausfalls des Glasfaseranschlusses mit Streaming eher zurückhalten.

Möchte man bestimmten Netzwerkgeräten während der Ausfallzeit des Glasfaseranschlusses die Nutzung des Internets entziehen, z.B. um das Datenvolumen nicht übermäßig zu strapazieren, kann man dies im Konfigurationsmenü der FritzBox unter "Internet" > "Filter" mit "Gerätesperre" erledigen. Hier kann man für jedes Gerät gesondert entsprechende Sperren festlegen.

Eine grobe Abschätzung, wie die Funkabdeckung am eigenen Standort aussieht, lässt sich über die Netzabdeckungskarten der vier Netzbetreiber recherchieren:


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Kommentare / Fragen

Thomas
24.01.2026 09:09

Im Gegensatz zum E3372h-153 arbeitet die ältere Firmware-Variante E3372s-153 des "Telekom Speedstick LTE V" als echtes AT-Modem. Lt. "Wissensdokument #120" bei AVM muss der Mobilfunk-Stick zumindest den gängigen AT-Befehlssatz unterstützen. Ist aber wohl nur wichtig, wenn man NAT machen will. H = HiLink - S = Stick

Paul
10.01.2025 15:47

Kurzes Update meinerseits.

Der erwähnte KuWFi funktioniert zwar prinzipiell hat aber immer mal wieder Abbrüche. Die Einstellungen konnte ich nicht soweit optimieren, dass es 100% passt.

Jetzt habe ich mir einen Speedstick LTE V der Telekom besorgt, die selbe SIM-Karte rein (PIN-frei) und er wurde sofort von der Fritzbox sauber erkannt. Das Umschalten hat mit einer kurzen Unterbrechung funktioniert und reicht, um im Notfall auf die Überwachungskameras zu kommen.

Langfristig werde ich das aber anders lösen, mit einer externen 5G-Antenne und einem 5G-Modem, welches man individuell konfigurieren kann.

Paul
03.01.2025 20:56

Bei mir habe ich die FRITZ!Box 7520 mittels eines KuWFi USB Dongle Modem, 4G CAT4 LTE Stick bis zu 150 Mbit/s,WLAN Stick mit SIM Slot, 2 Externe Antenne von Amazon für 20€ hinbekommen - funktioniert ;-)

Stephan (Webmaster)
08.11.2024 13:51

Hallo Tobias,

die 6850 ist in deinem Szenario leider komplett ungeeignet, da diese keinen WAN-Anschluss für ein Kabelmodem hat. Die ist für LTE/5G only ausgelegt. Die 6890 verfügt dagegen über einen WAN-Anschluss, da kann man den primären Internetzugang über Kabel über ein entsprechendes Modem zuführen. Ob die Umschaltzeiten dann besser sind als mit einer normalen FRITZ!Box + LTE-Stick kann ich mangels eigener Erfahrung nicht beurteilen. Ich bezweifle aber, dass das ganze dann ohne jede Unterbrechung sein wird. Minimum 30-60 Sekunden muss man rechnen, würde ich schätzen. Für solche Anwendungen sind echte Dual-WAN-Router wohl besser geeignet, aber deutlich komplizierter einzurichten.

Tobias
08.11.2024 11:35

Ist es dann nicht sinnvoller, komplett auf eine FritzBox 6850 oder 6890 umzusteigen? Denn mit dieser "integrierten" Fallback-Lösung gibt es zumindest keine Kompatibilitätsprobleme und die "Umschaltezeit" dürfte dann auch kürzer sein. Oder gibt es hierbei auch größere Nachteile?

Stephan (Webmaster)
10.09.2024 15:14

Hallo Jonas,

unterbrechungsfrei ist die LTE-Stick-Ausfallsicherung der FritzBox sicherlich nicht, das kann schon ein paar Minuten dauern. Das Ganze ist also eher etwas für langanhaltende Unterbrechungen.

Viele Grüße
Stephan

Jonas
10.09.2024 11:18

Hallo, ich habe immer mal wieder Verbindungsabbrüche im Kabelnetz mit einer Fritzbox 6690. Nach einem Neustart funktioniert alles wieder. Kann jemand sagen, wie schnell eine Verbindung über den LTE Stick aufgebaut wird? Ich habe viele Videokonferenzen und eine abbruchsfreie Verbindung wäre wichtig. Oder ist das hier eher für lang-anhaltende Ausfälle? Dafür würde ich mir dann eher einen Hotspot mit dem Smartphone aufbauen.

VG
Jonas

Stephan (Webmaster)
12.10.2022 13:58

Hallo,
vielen Dank für das positive Feedback.
Die FritzBox hat ja einen Push-Service, den man für verschiedene Ereignisse einrichten kann (unter System > Push Service). Das Ereignis „Ausfall Internet“ gibt es dort leider nicht. Was aber gehen könnte wäre „Aktuelle IP Adresse“. Dann wird jedesmal eine Push-Nachricht als E-Mail geschickt, sobald die Internetverbindung neu aufgebaut wird. Das wäre ja bei einem Wechsel von WAN (Glasfaser) zu LTE der Fall. Ob und wie das dann in der Praxis funktioniert, müsstest Du testen. Gerne dann hier darüber berichten.
Grüße Stephan

Dennis Sönnichsen
12.10.2022 10:06

Klasse. Ich wollte schon einen LTE Router kaufen, aber dann kam mir auch die Idee mit dem LTE Stick u. fand den Artikel. Jetzt habe ich aber eine Frage: Kann man sich den Glasfaserausfall / LTE Backup aufs z. B. Smartphone pushen? Denn meine Idee ist nun bzw. dann eine Schaltsteckdose am Glasfasermodem (HMIP oder FritzDECT) zu schalten um mich wieder per DG neueinzuwählen, denn das Problem tritt alle paar Wochen auf. Sollte nur das Fallback greifen verbrauche ich "unbemerkt" das Datenvolumen des Mobilfunkvetrages.